Gedanken zum Sonntag, 29.3.

  Tränen lügen nicht

Hat Jesus in seinem irdischen Leben eigentlich auch mal gelacht? Für uns heute vielleicht eine seltsame Frage. Im Mittelalter jedoch haben sich Theologen darüber ernsthaft Gedanken gemacht.

Tatsächlich steht in der Bibel nirgends etwas davon geschrieben, dass Jesus gelacht hat. Vielleicht deshalb, weil das Lachen Jesu für die Autoren der Heiligen Schrift einfach menschlich und daher selbstverständlich war. Es gibt aber gleich mehrere Stellen im Neuen Testament, in denen ausdrücklich erwähnt wird, dass Jesus weint! Warum wird das erwähnt?

Tränen zu vergießen war und ist für das „starke Geschlecht“ in fast allen Kulturen dieser Welt auch heute noch einfach nur peinlich. Für viele ein Zeichen von Schwäche. „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Das gräbt sich oft tief in die Seele ein.

Ich hoffe und wünsche, dass wir alle Tränen vergießen können. Das muss nicht immer aus Schmerz sein, sondern vielleicht auch, weil sich Anspannungen endlich lösen. Weinen tut so gut. Es wirkt wie eine Befreiung. Dafür müssen wir uns auch nicht schämen. Bemerkenswert also, dass auch Jesus, der Mann aus Nazaret, ganz und gar menschlich war und in aller Öffentlichkeit trauern und um seinen Freund Lazarus weinen konnte.

In dieser für uns alle sehr schweren Zeit der Corona-Pandemie dürfen auch wir Tränen vergießen über all das Leid, das weltweit, vor allem in den ärmsten der armen Länder über uns Menschen kommt. Das Weinen wird uns helfen!

Und wir können helfen! Heute am Misereor-Sonntag vor allem den Menschen, die unsere Hilfe jetzt ganz besonders brauchen!

BITTE SPENDEN SIE!

Auf unserer Homepage ist ein Spendenkonto direkt verlinkt. Sie können Ihre Spende aber auch ganz einfach bei uns in den Briefkasten geben!

„Vergelt’s Gott!“

 Fürbitten

 Wir beten für alle am Corona-Virus Erkrankten, für alle, die um ihr Leben kämpfen. Für alle, die in den medizinischen und pflegerischen Berufen für die Kranken und für alte Menschen im Einsatz sind.

Wir beten für alle, die um ihren Arbeitsplatz fürchten oder in ihrer Existenz bedroht sind. Für alle, die im Dienst für uns und die Gesellschaft gerade auch in der Krisenzeit arbeiten – oft unter erschwerten Bedingungen.

Wir beten für die Menschen in den vielen Ländern mit einem nur wenig ausgebauten Gesundheitssystem. Für Arme weltweit und für Menschen ohne Obdach bei uns, denen schon die Einhaltung von Hygieneregeln nur schwer möglich ist.

Wir beten für alle Menschen auf der Flucht, besonders für die auf den griechischen Inseln. Für alle, die vor Ort, mit begrenzten Möglichkeiten und trotz Anfeindungen helfen. Für alle, die angesichts der Not ihre Ohnmacht spüren.

Wir beten für die Arbeit des Hilfswerks Misereor und für alle, die mit Misereor zusammenarbeiten im Einsatz für Frieden und Entwicklung. Für alle, die durch die Projekte Hilfe bekommen und Hoffnung erfahren.

Wir beten für die Christinnen und Christen, die sich zu Gebet und Gottesdienst verbinden, auch ohne dass wir zusammenkommen können; und für alle, die dafür zu neuen kreativen Wegen einladen.

Wir beten für alle, die es nur schwer aushalten können, zu Hause allein oder nur mit der Familie zusammen zu sein. Besonders für die vielen tatsächlich oder vielleicht Corona-Infizierten in strenger Quarantäne.

Wir beten für uns selbst in unseren Nöten und mit den Sorgen um Menschen in der Familie und im Bekanntenkreis. Für unsere Toten und alle, die um sie trauern.