Gedanken zum Sonntag

Gestern entdeckte ich auf meinem Spaziergang voller Freude, dass nun auch die Schneeballen und der Flieder zum Blühen anfangen.

Deshalb überschreibe ich meine Gedanken mit

Aufbruch zum Leben in Fülle“

Immer dann und dort, wo sich das Leben mit dem Tod auseinander-setzt, wo es über den Tod siegt, entsteht Lebendigkeit, da bewegt sich was. Wenn ich lebendig bin, dann bin ich bei mir, dann spür ich mich. Lebendigkeit – das ist das, was Jesus mit „Leben in Fülle“ meint. Hier ist es aber nicht wichtig, möglichst viel zu erleben und möglichst alles zu haben, möglichst überall dabei zu sein. Nicht mein Machen und Tun ist gefragt, sondern bei dem, was ich tue, ganz dabei zu sein. Es geht darum das Gesicht in den Wind zu halten, oder sich an der Nähe eines Menschen zu freuen.

Doch Vorsicht! Wer sich auf den Weg zu solch einer Lebendigkeit macht, der kann sich nicht nur die schönen Seiten aussuchen. Der kann nicht nur die Höhen erleben, sondern der bekommt auch die Tiefen mit. Wenn ich bei mir bin, mich spüre, dann erlebe ich auch meine Einsamkeit, meine Verlorenheit, meine Grenzen.

Leben und Lebendigkeit ist nicht nur einfach, glücklich und schön.

Dazu gehören auch die Tränen und der Schmerz.

Der Sieg des Lebens nimmt den Tod nicht weg.

Aufbrechen, das heißt auch  „losgehen“, sich auf den Weg machen und zwar als ganzer Mensch, hin zu mehr Leben. Der kann sich in das Dunkel hineinbegeben – weil er auf das Licht hofft und vertraut. Der kann sich dem Tod stellen – weil er an das Leben glaubt. Der kommt an Grenzen – und überschreitet sie.

Und genau das ist die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten. Aufbruch zum Leben in Fülle.

Ihre Gemeidereferentin

Christine Hecht